Freitag, 11. August 2000. In der Barentssee. Die russische Nordmeerflotte beginnt das größte Manöver seit zehn Jahren. Auch die Kursk ist im Manöverplan eingeschlossen - eines der größten U-Boote der Welt und eine der bestgehüteten Waffen Russlands, ausgerüstet mit Marschflugkörpern, Torpedos und Antischiffs-Raketen. Monatelang kann dieses Boot unentdeckt unter Wasser bleiben. Die Kursk ist der Stolz der russischen Flotte.
Am ersten Tag des Manövers hat die Kursk nur eine Aufgabe: Sie soll eine ihrer Hauptraketen vom Typ Granit erfolgreich abfeuern. Um neun Uhr in der Frühe registrieren die Funker der Leitstelle den letzten Kontakt mit der Kursk. Das Boot meldet sich ab auf dem Weg zum Angriffsort. Den ganzen Tag warten die Funker auf eine weitere Meldung. Doch niemand hört jemals wieder von der Kursk. Sie ist längst auf den Meeresboden gesunken.
Spät erst merkt die Manöverführung, das etwas Schreckliches passiert ist. Mit zunehmender Unruhe wird nach der Kursk gesucht. Erst dreißig Stunden nach dem Unglück gelingt es der russischen Marine die Kursk zu lokalisieren. Die herbeigeschaffte Rettungstechnik ist veraltet, eine Tauchkapsel kann trotz mehrerer Versuche nicht an die Kursk andocken. Die Flotte informiert kaum oder verbreitet Unwahrheiten. Eine dramatische Kette von Fehlern verursacht den russischen Alptraum.
Kommentar: Siehe auch: "Wer schoss die Kursk ab" & "Der geheime Uboot-Krieg". W. R.




